„Der Islam braucht eine Reformation!“ – im Jahr des 500. Reformationsjubiläums wurde der Ruf nach einem „muslimischen Luther“ besonders laut. Mein Fachaufsatz im Jahrbuch für Islamische Theologie und Religionspädagogik stellt dem einen innerislamischen Reformansatz gegenüber: den der Ahmadiyya Muslim Jamaat.
Anders als Reformdenker, die den Koran historisieren oder seinen Offenbarungscharakter relativieren wollen, hält Mirza Ghulam Ahmad (1835–1908), der Begründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ), am Koran als vollkommenem und unveränderlichem Wort Gottes fest. Reformbedürftig sei nicht die Offenbarung, sondern ihre Auslegung und der Zustand der muslimischen Gemeinschaft. Der Beitrag zeigt, wie Ahmad seinen Anspruch begründet, der vom Propheten Muhammad angekündigte Reformer, Messias und Mahdi zu sein, wie sich daraus seine Koranexegese ergibt und welche Strukturen sich daraus für die Praxis der AMJ entwickelt haben.
Aus dem Inhalt
- Der Anspruch Mirza Ghulam Ahmads – Prophezeiungen über eine Krise der Umma und die Erwartung eines Erneuerers
- Theologische Reformen – Vorrang des Korans vor den Hadithen, Ablehnung der Abrogationslehre, die Vorstellung einer fortdauernden Kommunikation mit Gott und die Exegese des Dschihad-Begriffs
- Reform der Umma – Treueeid (Baiat), Kalifat, die Rolle der Medien und das Rollenverständnis von Frauen in der AMJ
Quelle
Khola Maryam Hübsch: Die Reform des Islams aus Sicht der Ahmadiyya Muslim Jamaat. Zur theologischen Begründung Mirza Ghulam Ahmads, Reformator und Messias des Islams zu sein. In: Milad Karimi / Mouhanad Khorchide (Hg.): Jahrbuch für Islamische Theologie und Religionspädagogik, Bd. 6/2017: Reform und Reformkritik im Islam. Freiburg i. Br.: Kalam Verlag, S. 173–220.
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Der gesamte Band ist beim Kalam Verlag erhältlich.